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Provokation: Sizzla in Berlin-Prenzlauer Berg – Concert Cancelled


Sizzla ruft zum Mord an Schwulen auf

UPDATE 27.11

Die massiven Proteste waren erfolgreich. Der Hass-Musiker konnte in Berlin nicht auftreten. Nachdem das Kesselhaus wohl Schiss bekommen hatte, ihn auf die Bühne zu lassen und durch die Agentur ein Geheimkonzert im “Huxley´s” organisiert werden sollte klappte auch dieses nicht. Der Betreiber des Kreuzberger Clubs distanzierte sich eindeutig von dieser Veranstaltung. Eigentlich sollten wir uns über diesen Erfolg freuen, aber es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Die Betreiber des Kesselhauses sollten sich fragen, ob sie mit ihrer Entscheidung, diesen Typen ausgerechnet im kulturellen Zentrum des Bezirkes auftreten zu lassen, eine Verantwortungslosigkeit an den Tag gelegt haben, die nicht hinnehmbar ist. Eine Entschuldigung wäre das mindeste. Wie man mit solchen sogenannten Künstlern umgehen muss, hat der Betreiber des Huxleys gezeigt. Unsere Hochachtung vor dieser konsquenten Entscheidung. Eine andere Sache sind noch die Fans seiner Musik. Ist er wirklich so dolle, dass man seine furchtbaren Texte tolerieren kann? Ich fand die Musik nicht gerade prickelnd.

Der durch seine Gewalt- und Mordaufrufe gegen Schwule bekanntgewordene jamaikanische Sänger Sizzla soll am 26.11. ausgerechnet in der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg ein Konzert geben. Das ist ein Skandal!
Sizzla war im Schengener Informationssystem zur Zurückweisung bzw. zur Nichteinreise für den Schengenraum ausgeschrieben. Deshalb durfte er einige Zeit in der Europäischen Union nicht mehr auftreten.

Dieses Konzert muss verhindert werden.  Zeigt Flagge!

Der Veranstalter:  Kesselhaus-Kulturbrauerei

EMail des Geschäftsführers Sören Birke:

birke@kesselhaus-berlin.de

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

presse@kesselhaus-berlin.de

Tel +49 (0)30 44 315 140

Smash Homophobia!

Update 19. November:

Stellungnahme des Veranstalters

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Zusammenarbeit mit dem LSVD und Vertretern der lokalen wie überregionalen Politik haben wir im letzten Jahr ein Schreiben ähnlich dem Reggae Compassionate Act London in 2007 verfasst, dass für Künstler und Veranstalter in Deutschland bindend ist.   Im Vorfeld zum Konzert von Sizzla am 26.11. in Berlin und seiner anschließenden Tour durch Deutschland informieren wir Sie, dass der Künstler dem Reggae Compassionate Act Berlin zugestimmt hat. Sizzla ist einer der Unterzeichner des RCA London von 2007 und hat sich seitdem an seine Verpflichtung gehalten. Entsprechende Erklärungen finden Sie im Anhang.

Die Agentur wird die Konzerte in Deutschland zur Kontrolle aufzeichnen. Weiterhin garantiert die Agentur, dass im Rahmen der Konzerte in Deutschland,  keine Tonträger ( CD – LP – DVD )  die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdenden Medien als jugendgefährdend eingestuft und daher indiziert wurden, verkauft werden.

Als Veranstalter im Kesselhaus ist damit für uns die Grundlage gegeben, das für Donnerstag, 26.11.09 geplante Konzert durchzuführen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an die Agentur des Künstlers:

Contour Music Promotion GmbH
Alexanderstr. 78
70182 Stuttgart – Germany
Tel.: +49- (0)711- 23 85 00 Fax: +49- (0)711- 23 61 311
Email: office@contour-music.de

Weiterhin veröffentlichen wir die

Presseerklärung des “Bündnis Smash Homophobia”

Pressemitteilung:
Berlin: Trotz Aufruf zum Mord an Homosexuellen – Auftritt von Sizzla am
26.11.2009 im Kesselhaus

Für den 26.11.2009 ist im Kesselhaus auf dem Gelände der Kulturbrauerei im
Prenzlauer Berg ein Konzert mit dem jamaikanischen Dancehall-”Künstler”
Sizzla angekündigt. Sizzla ist bekannt für seine homophoben,
menschenverachtenden Songtexte, in denen er teilweise offen zum Mord an
Homosexuellen aufruft. So singt er etwa im Song “To the point” ins
Deutsche übersetzt: “Lesben und Schwule, ich sage, tot sollen sie sein.
Ich traue Babylon für keine Sekunde. Ich gehe und erschieß Schwule mit
einer Waffe.” Ähnliche Botschaften finden sich in mindestens einem Dutzend
weiterer seiner Stücke. So ist es auch kaum verwunderlich, dass auch die
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften bereits einen seiner
Tonträger mit dem Titel “Rastafari” indiziert hat. Bereits im Mai 2008
wurde ihm auf Initiative des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland
(LSVD) durch Eingreifen das Auswärtige Amt der Bundesrepublik die Einreise
in den Schengenraum verwehrt, woraufhin Sizzla mehr als ein Dutzend
Konzerte in mehreren Ländern der Europäischen Union absagen musste. Nun
hat die Stadt München, in der Sizzla bei der kommenden Tour ebenfalls
auftreten soll, beim Auswärtigen Amt erneut Antrag auf Nichteinreise
gestellt. Nicht nur in Europa, auch in Kanada und den USA ist es bereits
nach Lautwerden zivilgesellschaftlichen Protests zu Konzertabsagen
gekommen.

Zwar hat Sizzla im April 2007 den “Reggae Compassionate Act” (RCA)
unterzeichnet und sich damit dazu verpflichtet, in Zukunft keine
homophoben Inhalte mehr von sich zu geben, doch hat er seine Zusage in
keinster Form eingehalten. So hat er gegenüber jamaikanischen Medien
wiederholt und vehement jede Unterzeichnung des RCA geleugnet. Bereits
wenige Monate später beim Reggaefestival Summerjam in Köln gab er dann im
Rahmen einer Pressekonferenz folgende homophobe Äußerung von sich:
“Gründest du eine Familie,
erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du
ihr Ansehen in den Schmutz… Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein
Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann – so einfach ist das.” Bei
Konzerten der Europatour im selben Jahr standen zudem immer wieder Songs
mit homophobem Inhalt auf dem Programm.

Sizzla kann also in keinem Fall als geläutert gelten und auch ist es
unwahrscheinlich, dass er sich in Zukunft an irgendwelche schriftlich
gegebenen Unterlassungserklärungen halten wird. Auf der laufenden
Europatour sind bereits Konzerte in Hamburg und Italien ab gesagt worden.
In Wuppertal und wie oben erwähnt in München gibt es bereits Proteste.

Wir fordern hiermit die Verantwortlichen im Kesselhaus dazu auf, das
Konzert mit Sizzla am 26.11.2009 abzusagen und in Zukunft, anders als es
in der Vergangenheit wiederholt vorgekommen ist, keine Konzerte mit als
homophob bekannten Musikern zu buchen. Sollte das Konzert wider erwarten
nicht abgesagt werden, wird am Abend des Konzerts eine von einem breiten
Bündnis getragene, lautstarke Demonstration hin zum Veranstaltungsort
geben. Zum Erschießen oder Verbrennen von homosexuellen Menschen
aufzurufen ist keine Kunst und auch keine Meinung. Es ist ein Verbrechen!
Musik, die zu Gewalt und Mord an Menschen aufgrund ihrer sexuellen
Orientierung aufruft, darf keine Bühne geboten werden. Weder in Berlin
noch anderswo!

Bündnis Smash Homophobia
Berlin, 19.November 2009

Telefon: 015154961802 (Presse-Kontakt)
Web: http://smashhomophobia.blogsport.de/
Mail: ak-northeast@riseup.net | smash-homophobia@Safe-mail.net

Unsere Meinung:

Dieser Typ sollte kein Podium für seine kriminellen Aussagen bekommen. Auch wenn er sich an seine Verpflichtungen hält, so braucht man nur auf seine Webseite zu schauen oder seine Youtube-Videos betrachten, um zu erkennen, wessen geistes Kind er in Wirklichkeit ist. Solche gewaltverherrlichenden, rassistischen und homophoben Einstellungen haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.